Carl-Heinz Schroth

geb. 29. Juni 1902 in Innsbruck; gest. 19. Juli 1989 in München

Berufe: Schauspieler, Sänger, Regisseur
GND-Nummer: 118762001

„Einst – und zwar viele Jahrzehnte hindurch – verband sich mit seinem Namen ein Gütesiegel für die schwersten Dinge, die die Bühne bieten kann: für das leichte Florett der Komödie, für das unterhaltsame Amüsement des Lustspiels, ja gelegentlich bis hin zum Pointengeprassel des Schwanks.“ (aus: 01'19)

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57:19

INTERVIEW

00'00
Schroth rezitiert Auszug aus Monolog aus „Niemandsland“ von Harold Pinter
00'24
Einstieg Troschke
02'58
Zu seiner Lebensmaxime; zitiert Curt Goetz

Harold Pinter Curt Goetz „Niemandsland“

Kindheit und Wege zum Theater

04'31
Elternhaus ist Schauspielerdynastie, wuchs in Bozen auf; Kindheit ohne seine Eltern verlebt, wuchs bei seiner Tante auf; Trennung der Eltern schmerzte ihn; hatte als Kind einen Sprachfehler; studierte in München; „Sprache ist was man wirklich lernen kann/muss“
09'01
Zu seiner schauspielerischen Ausbildung: ist Autodidakt, war guter Beobachter; bei Otto Falckenberg
10'08
Lernte auch aus schlechter Schauspielerei; Idole: Curt Goetz, über Curt Goetz; über Natürlichkeit auf der Bühne
13'37
Zu seinem Hang zum Pathos
15'12
Zur Bedeutung der weiblichen Partnerschaft: Kontakt entsteht schnell beim Theater

München Schauspielerei Otto Falckenberg Curt Goetz Theater Bozen

Leben in den 1920er Jahren

16'47
Zwanzigerjahre: erstes Engagement in Frankfurt (Oder); prekäre Lebensumstände, über seine Rollen, wenig Anerkennung als Schauspieler; über seinen Vater Heinrich Schroth und dessen Sohn Heinz Sailer (mit Carl-Heinz Schroth befreundet)
23'06
Zu seinen seinem Durchbruch; zu seiner ist Halbschwester Hannelore Schroth, sie machte steile Karriere, er kennt aber keinen Neid; in Hamburg bei Erich Ziegel (Förderer und bedeutender Regisseur), auch oft in Berlin
27'06
Über Theaterstücke

Hannelore Schroth Berlin Schauspielerei Weimarer Republik Hamburg Theater Erich Ziegel Heinz Sailer Frankfurt (Oder) Heinrich Schroth

Schauspieler während der NS-Herrschaft 1933 – 1945

27'56
Zum politischen Wechsel 1918/1933: Seine jüdischen Freunde emigrierten, plädiert für Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit insbesondere auch in der Schule
30'47
Erklärungsversuch zum Erfolg der NS-Bewegung; verurteilt Chauvinismus und Patriotismus (auch weil er im Grenzland Südtirol aufgewachsen ist)
33'57
Über Film und Fernsehen; Berlin damals Kulturmetropole, es gab dort einen gewissen Stil
37'03
Zweiter Weltkrieg: sollte eigentlich Soldat werden, drückte sich davor; erlebte das Kriegsende in Berlin, zuvor in Prag in einer Fabrik; bereits ab 1943 war ihm klar, dass das NS-Reich untergeht
41'11
Keine Drangsalierungen durch die Rote Armee erlebt, seine Ehefrau Ruth Hausmeister war schwanger, was gewissen Schutz bot

Militärdienstverweigerung Antisemitismus Berlin Prag Ruth Hausmeister Zweiter Weltkrieg NS-Aufarbeitung Emigration TV Film Südtirol Judentum Nationalsozialismus Rote Armee

Nachkriegszeit und Lebenseinstellung

42'21
Nach dem Krieg Wiederaufnahme der Schauspielerei in Berlin, gemeinsam mit Paul Wegener
43'55
Über seinen Werdegang in der Nachkriegszeit: Popularität v.a. durch Fernsehproduktionen; über die Arbeit vor der Kamera
48'46
Lebt heute in Oberitalien bei Stresa; spielt gelegentlich noch Theater
51'14
Über seine Weltanschauung und Lebenseinstellung: Werdegang hängt von Zufällen ab; über seine dritte Ehefrau Karin Jacobsen
56'08
Hat kein Gefühl für Religion; glaubt nicht an ein Weiterleben nach dem Tod

Paul Wegener TV Film Theater Religion Karin Jacobsen Schauspielerei Nachkriegszeit Berlin