Ernst Schröder

geb. 27. Januar 1915 in Eickel (Westfalen); gest. 26. Juli 1994 in Berlin

Berufe: Schauspieler, Regisseur
GND-Nummer: 118610805

„Was unterscheidet einen Mann wie Ernst Schröder vielleicht außerdem noch ganz besonders von den meisten seiner Berufskollegen? Ich glaube es ist sein starkes politisches Interesse, seine Bereitschaft sich öffentlich zu erklären, Stellung zu nehmen, ja auch Partei zu beziehen, sich an Wählerinitiativen zu beteiligen, folglich auch angegriffen zu werden, sich verdächtigen und beschimpfen zu lassen. Und dennoch Nerven zu bewahren um als Darsteller zu spielen und als Regisseur zu inszenieren.“ (aus: 01'27)

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INTERVIEW

Entstanden: 1974

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Einstieg Troschke

Über den Beruf des Schauspielers

05'07
Würde heute wieder Schauspieler werden wollen, auch Tochter Christiane Schröder Schauspielerin geworden; zum Schauspielerberuf; würde immer etwas kreatives machen
09'09
Über berufliche Beziehungen und Freundschaften mit Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch; zu gegenwärtigen Theaterautoren
10'33
Zu Funktionen und Aufgaben des Theaters heute: „Theater kann die Gesellschaft nicht ändern“

Schauspielerei Max Frisch Friedrich Dürrenmatt Theater Christiane Schröder

Elternhaus, berufliche Anfänge und Zweiter Weltkrieg

12'18
Kriegserlebnisse hatten Einfluss auf seine Kindheit, katholisches Elternhaus
14'06
Über die Zwanzigerjahre: Zeit voller Not, oft Hunger, Inflation; viele Geschwister
15'47
Eltern waren nicht glücklich, dass er sich für das Theater entschied; kam über den Beruf des Kostüm-, Bühnenbildners und Dramaturg zum Theater
16'36
Über Förderer und Idol Saladin Schmitt, Kontakt auch zu Schmitts Vetter, dem Lyriker Stefan George und dessen Freund Ernst Bertram
18'19
Zu seiner Distanz zum NS-Regime; während des Zweiten Weltkrieges an der Ostfront
20'11
Zu seinen Schlüsselerlebnissen: fast die gesamte Kompagnie erfror, seitdem politisch aktiv; in Gefangenschaft
22'05
Zur eventuell anderen Wahrnehmung von Kriegserlebnissen als Schauspieler
23'52
Über die (Un-)Möglichkeit die Kriegserlebnisse künstlerisch zu verarbeiten

Katholizismus Stefan George Nationalsozialismus Wehrmacht Kriegsgefangenschaft Schauspielerei Inflation Saladin Schmitt Theater Militärdienst Zweiter Weltkrieg Ernst Bertram

Arbeit als Leiter einer Schauspielschule und als Regisseur

26'03
In der Schauspielschule war er sehr für die Schüler da; war Leiter der Schauspielschule am Hebbel-Theater in Berlin; über interessante Schüler
28'51
1966 Buch über die Arbeit des Schauspielers veröffentlicht
29'29
Wesentliche Ratschläge für junge Schauspieler: Hartnäckigkeit, Selbstprüfung und -reinigung; „Spiel ist ein therapeutischer Prozess“; „jeder, der Theater spielt, muss sich vor etwas heilen“
32'44
Zum Verhältnis Autor-Schauspieler-Publikum: Schauspieler ist Sprachrohr, Schauspieler hat magische Beziehung zum Zuschauer
35'54
Zu seiner Zeit als Regisseur

Theater Regie Hebbel am Ufer Berlin Schauspielerei

Politisches Engagement und Zeitkritik

38'35
Zu seinem politischen Engagement: kritisierte Regierung; man kann seine Meinung ändern, seine Meinung zu prüfen ist wichtig
40'15
Über die NS-Zeit: wusste von den Verbrechen an Juden; wollte nach dem Krieg darüber aufklären
42'40
Über Studenten mit Hakenkreuzen an Universität
43'26
Seine Beurteilung des Linksterrorimus: nennt dies auch Faschismus; zu Fritz Kortner
44'07
Zu den Gründe für das Entstehen der außerparlamentarischer Opposition
45'26
Kritisiert Pharmaindustrie
47'30
Kritisiert Medien: ständige Gewaltdarstellungen können von Menschen nicht absorbiert werden, Menschen stumpfen ab

Pharmaindustrie Nationalsozialismus Holocaust Faschismus Fritz Kortner Antisemitismus Diskriminierung Verfolgung NS-Aufarbeitung Politik Terrorismus Außerparlamentarische Opposition (APO) Medienkritik

Theater von morgen, Glaube und Lebenseinstellung

48'44
Blick in die Zukunft: pessimistisch; Deutsche haben kein Taktgefühl
50'41
Theater muss weg von der Verwissenschaftlichung, Mensch hat Recht auf Träume
53'08
Hat ein Faible für Ernst Barlach; über einige Rollen
55'36
Theater war 1933 etwas anderes als heute; Schauspieler sind heute aufgewertet; heute andere Tabus (z.B. Tod) als früher
57'47
Über den Tod
01'00'24
Zu seinem Glauben: Ist kein praktizierender Katholik mehr
01'02'38
Schlusswort: „In Bereitschaft sein ist alles“

Katholizismus Ernst Barlach Theater Religion Schauspielerei