Ewald Balser

geb. 05. Oktober 1898 in Elberfeld; gest. 17. April 1978 in Wien

Berufe: Schauspieler, Regisseur
GND-Nummer: 116046163

„[...] auch heute noch denke ich mit einer Mischung aus Verwunderung und Dankbarkeit daran, wie dieser große alte Schauspieler im Verlaufe unseres langen Zusammenseins sich mir öffnete, wie er ewig weit entfernt von irgendwelchen Starallüren, so unglaublich schlicht und ungekünzelt seine Gedanken preisgab, über sich und seine Zeit, dieser wunderbare Menschendarsteller, in dessen Lebensspanne zwei entsetzliche Weltkriege fielen, [...]“ (aus: 01'31)

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54:13

INTERVIEW

Entstanden: im November 1974 in Wien

00'00
EINSPIELER O-Ton Balser „Ich habe eigentlich sehr viel Glück gehabt [...]“
00'39
Einführung Troschke
03'59
EINSPIELER O-Ton Balser
05'03
Einstieg Troschke
05'43
Kürze des Lebens; Sterben auf der Bühne
07'04
Beziehung zu Vergänglichkeit und Tod; Zeit zwischen den Theaterpremieren als Reise; Leben als Reise; lokale Verschiedenheit des Publikums
10'02
Anstrengungen und hohes Alter

Theater Schauspielerei

Elternhaus, Schauspiel- und Sprechausbildung

11'44
Elternhaus: 10 (bzw. 7) Geschwister, Kindheit war keine Notzeit; gute Beziehungen zu beiden Elternteilen; Vater war Politiker und Gewerkschaftsvertreter
15'18
Erster Weltkrieg: Erinnerung an die Bekanntmachung des Attentats in Sarajevo; 1916 Soldat; Einsätze in Flandern, optimistischer Geist
17'42
Schauspielausbildung und Bewältigung des Lebens; Annehmen des Lebens; kein Grübler; Liebe zum Schauspielerberuf; gutes Theater in Elberfeld, u. a. Robert Taube engagiert (später Wiederbegegnung in Berlin)
20'40
Berufsvorbereitung: Rollen und Gedichte gelernt, Gedichte geschrieben
21'27
Spiel als eine Art Lebensfreude; Mitleid, aber sonst unbelastet
22'38
Angst vor Kriegsverletzungen, die den Schauspielerberuf verhindern könnten? Ja, aber nie stark daran gedacht; stellte keine Forderungen an das Leben; Glück durch Förderer wie Heinz Hilpert
25'05
Schlüsselerlebnisse in seiner Berufszeit: spielte als junger Schauspieler mit Rosa Bertens
26'41
Über Balsers Stimme, deren natürliche Anlage und erlernte Sprechtechniken; aufwändiges Training

Rosa Bertens Heinz Hilpert Erster Weltkrieg Wuppertal Elberfeld Robert Taube Theater Militärdienst Lyrik Schauspielerei

Film- und Theaterkarriere, Machtwechsel 1933

28'59
Machtwechsel 1933 in Berlin erlebt, Theaterdirektor Heinz Hilpert musste NS-Propaganda in seinem Theater zulassen; Balser ging am 1. Mai 1933 nach Wien
31'30
1928 ans Burgtheater Wien gekommen; bei Otto Falckenberg; 2 Jahre nach München beurlaubt
33'34
Filme
35'31
Zweiter Weltkrieg: Dreharbeiten in Niederlande zum Film „Rembrandt“
38'24
Filomgrafie Fortsetzung; Theaterrollen, u. a. „König Lear“ (Shakespeare)

Berlin Heinz Hilpert Nationalsozialismus NS-Propaganda Film Otto Falckenberg Theater „König Lear“ „Rembrandt“ Burgtheater Zweiter Weltkrieg Schauspielerei München Niederlande William Shakespeare Wien

NS-Herrschaft, Kriegsende und über das Älterwerden

40'23
Realität und Theaterstücke, Carl Zuckmayer
42'25
Während der NS-Herrschaft: versuchte Einladungen von NS-Größen auszuschlagen, gestaltete sich aber schwierig, begegnete mehrmals Adolf Hitler (u.a. in der Osteria Schellingstraße in München)
44'20
Unverständnis für die Faszination für Hitler
45'32
Kriegsende in Wien; Einmarsch der Roten Armee; Brand im Burgtheater
46'46
Frühe Nachkriegszeit: Zerstörung der Infrastruktur; spielte sofort wieder Theater; Not brachte Menschen zusammen; pessimistischer Blick in die Zukunft
50'08
Probleme mit dem Älterwerden; Rückblick auf sein gutes Leben gibt ihm Halt
53'54
Troschke über den Tod Balsers am 17. April 1978
54'13
ENDE, anschließend MUSIK

Wien Schauspielerei Zweiter Weltkrieg Nationalsozialismus Theater Carl Zuckmayer Nachkriegszeit München Rote Armee Adolf Hitler Burgtheater