Harry Buckwitz

geb. 31. März 1904 in München; gest. 27. Dezember 1987 in Zürich

Berufe: Regisseur, Intendant
GND-Nummer: 11900299X

„Bereits im September 1945 konnte er als Theaterleiter mit der mühevollen Aufbauarbeit anfangen, das war in München. Und damit begann auch eine der bemerkenswertesten Theaterkarrieren der Nachkriegszeit. Bereits 1950 übernahm Harry Buckwitz als Generalintendant die Leitung der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main.“ (aus: 00'45)

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54:24

INTERVIEW

Entstanden: 1987 in Zürich

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Einstieg Troschke

Liberales Elternhaus und Theaterkarriere in den 1920er Jahren

02'20
Warum Theater? Neugier auf Menschen; Vermittlungsarbeit
04'56
Prägende Ereignisse: v.a. Professor Burger (Gymnasium)
07'06
Hatte „extremes Elternmilieu“: Vater war Kaufmann; Mutter musisch veranlagt; viele Freiheiten (u.a. Italienreise allein als 14-Jähriger)
09'36
Frühe Jugend während des Ersten Weltkriegs; Wechsel von der Monarchie zur Demokratie; Betrachtung von Dingen aus unterschiedlichen Standpunkten
12'28
1920er Jahre: arbeitete zunächst bei Mara Feldern-Förster; Recklinghausen; Otto Falckenberg; Münchner Kammerspiele (traf Lina Carstens)
18'55
Hitler-Ludendorff-Putsch 1923: „Über München lag eine Metallglocke“ (angespannte Lage)
20'01
Unterscheidet zwischen engagiertem (= Zeit- und Gesellschaftskritik) und politischem (= Agitprop) Theater; Interesse für das engagierte Theater in den 1920er Jahren
21'59
Interpret der Werke Bertolt Brechts; empfand Brecht als „mäßig politisch“ und „universelle[n], aber kompromisslose[n]“ Menschen

Bertolt Brecht Erster Weltkrieg Monarchie Demokratie München Mara Feldern-Förster Recklinghausen Otto Falckenberg Münchner Kammerspiele Lina Carstens Hitlerputsch engagiertes Theater politisches Theater Theater Italien Agitprop

1930er Jahre, Schauspieler und Hotelier

25'28
Machtwechsel 1933: Hass gegen NS-Regime; Eintritt in die Reichstheaterkammer (Ausschluss von Juden); sträubte sich in „Peer Gynt“ nach Dietrich Eckart mitzuspielen
31'06
Lernte eine Baronin kennen, die ihm zu einer Hoteliertätigkeit in Ostafrika verhalf; dort kleines Kammerspiel inszeniert; 1939 Internierung durch Briten
38'25
Trennung seiner Frau (Internierung); Rückkehr nach Deutschland; Versetzung nach Lodz im besetzten Polen in ein Hotel; freiwillige Meldung zur Wehrmacht

Antisemitismus Dietrich Eckart „Peer Gynt“ Zweiter Weltkrieg Wehrmacht Militärdienst Łódź/Lodz Kriegsgefangenschaft Haft Kammerspiel Henrik Ibsen „Henrik Ibsens Peer Gynt. In freier Übertragung für die Bühne“ Hotellerie Ostafrika Theater Nationalsozialismus Reichstheaterkammer Reichskulturkammer (RKK) Schauspielerei Polen Afrika

Arbeit in Frankfurt und Dallas

45'45
Arbeit in Frankfurt am Main: zunächst Oper, Ballett, Operette; warb Georg Solti aus München ab; Zusammenarbeit mit berühmten Autoren wie Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch
48'34
Regietätigkeit im Dallas Theater Center
51'32
Ende: Zitat aus Goethes „Faust“; Lebensabend; über Schicksal und Vorbestimmung

Frankfurt am Main Bertolt Brecht Intendanz Theater „Faust“ Johann Wolfgang von Goethe Dallas Theater Center Max Frisch Friedrich Dürrenmatt München Georg Solti Operette Ballett Oper