Johan Galtung

geb. 24. Oktober 1930 in Oslo

Berufe: Friedensforscher, Politologe
GND-Nummer: 118537415

„Er hat zahlreiche Professuren im In- und Ausland, sein Name hat internationalen Klang: Johan Galtung gilt als einer der bedeutendsten Gesellschaftswissenschaftler und Friedensforscher unserer Zeit. Seine wissenschaftlichen Arbeiten gehören nicht nur in Europa, sondern auch in Lateinamerika und Asien zur Pflichtlektüre angehender Soziologen. Nach Galtungs eigener Aussage geht es ihm u. a. darum, die kritische Friedensforschung in all ihrer Vielfältigkeit zwischen liberalen Werten und dem strukturellen marxistischen Ansatz darzustellen.“ (aus: 01'30)

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57:53

INTERVIEW

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Einstieg Troschke: 1930er Jahre, Weltwirtschaftskrise, Galtungs Werdegang
04'13
Über die Friedensforschung als Zukunftsforschung

Weltwirtschaftskrise Friedensforschung

Werdegang

05'15
Studium der Geistes- und Naturwissenschaften
05'58
Prägende Erfahrungen: Reisen, friedliches Leben in Norwegen
08'33
Kosmopolitisches Elternhaus; Vater Bürgermeister von Oslo
09'12
Besetzung Norwegens durch den Deutschen; Deportation des Vaters in ein Konzentrationslager; Widerstand in Norwegen; nach Kriegsende: Verweigerung des norwegischen Militärdienst, 6-monatige Haft; Sozialstudien; Reisen nach Südamerika

Zweiter Weltkrieg Widerstand Lagerhaft Konzentrationslager Besetzung Norwegens 1940 Norwegen Militärdienstverweigerung Militärdienst Südamerika Nachkriegszeit Haft Oslo

Inspirationsquellen und Friedensforschung

19'29
Friedens- bzw. Konfliktforschung; zentraler Begriff: Konfliktformation
21'06
Einflüsse seiner Erkenntnisse auf Außenpolitiken; Forschung sei „teilweise l'art-pour-l'art“; Friedensforschung als politische Arbeit
23'43
Mahatma Gandhi als Lehrmeister und Inspirationsquelle: Ablehnung von Gewalt und struktureller Gewalt, Entwicklung von Gegenstrategien
26'52
Über die Vorbildwirkung der Volksrepublik China für Industrienationen; Lob der Inklusion an chinesischen Schulen

Friedensforschung China Pazifismus Strukturelle Gewalt Mahatma Gandhi Inklusion Konfliktforschung Außenpolitik Forschung

Kritik an der Europäischen Gemeinschaft

30'02
Argumente gegen den Eintritt Norwegens und Dänemarks in die EG: Distanz zu Brüssel, wachsende Abhängigkeit Afrikas von der EG; Verdienst der EG: Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich (kaum Relevanz für Norwegen)
34'46
Weltsolidarität statt europäische Solidarität; Kritik am westlichen Hegemoniestreben
38'13
Ausbeutung der Peripherie; Kuba und USA

Europa USA Kuba Europäische Integration Frankreich Deutschland Afrika Brüssel Europäische Gemeinschaft (EG) Dänemark Norwegen

Politische Verortung Galtungs und Blick in die Zukunft

46'07
Über Kommunismus und marxistische Einsichten; Liberalismus und Kommunismus
48'48
Einfluss durch seine japanische Ehefrau
51'06
Optimistischer Blick in die Zukunft
53'06
Haltung zum Club of Rome: in „Grenzen des Wachstums“ fehlt die Thematisierung der Abhängigkeit der armen Länder von den reichen Ländern (Peripherie/Zentrum-Gegensatz); Energiekrisen

Club of Rome Kommunismus Marxismus Liberalismus „Die Grenzen des Wachstums“ Wirtschaft Wirtschaftspolitik Energiepolitik