Rudolf Platte

geb. 12. Februar 1904 in Dortmund-Hörde; gest. 18. Dezember 1984 in Berlin

Berufe: Schauspieler, Sänger, Sprecher
GND-Nummer: 116208368

„Mit 16 geht er zum Theater. Mit dramatischen Charakterrollen fängt er an: Shylock, Richard III., Gessler, Franz Moor. Dann kommt seine große Berliner Zeit, als Kabarettist, Spaßmacher, Charakterkomiker und Filmstar. Gut für künstlerische Höhepunkte beim Theater, aber auch für leichte bis seichte Kost beim populären deutschen Kinofilm.“ (aus: 00'08)

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INTERVIEW

Entstanden: 1979 in Berlin

00'00
Einstieg Troschke

Berlin Film Schauspielerei Theater „Der Kaufmann von Venedig“ William Shakespeare „Die Tragödie von König Richard III.“ „Die Räuber“ Friedrich Schiller „Wilhelm Tell“ Kabarett

Kindheit in Hildesheim

01'59
Einstiegsfrage zur „summarischen Existenzerkenntnis“
04'28
Kindheit: glückliches, aber keine intellektuelle Verbindung zu den Eltern; Vater war Kaufmann; guter Mittelstand; Aufwachsen in Hildesheim
08'01
Freundschaft in Hildesheim; gute Verbindungen zu Buchhandlungen und Liebe zur Literatur; Interesse an Kunst
11'14
Wege zum Theater: Besuch von Theaterstücken, „unbändiger Wille“; mehrere Engagements
13'18
Anekdote über das Pseudonym Rudolf Aldach (bei Aufführungen in Hildesheim)
13'58
Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg
15'16
Seine Schule: keine deutschnationale Erziehung, sondern zentrumsnah; Kriegsende und Glücksgefühl
17'14
Zur Zentrumsnähe und katholischen Prägung
18'39
Über den Bruch mit der Religion; Angst vor dem NS-Regime; Werner Finck

Werner Finck Rudolf Aldach Deutsche Zentrumspartei Literatur Kunst Theater Schauspielerei Religion Hildesheim Erster Weltkrieg Katholizismus Nationalsozialismus

Schauspieler in den ersten Jahren der NS-Herrschaft

22'35
Die 1920er Jahre; Hunger; Währungsrefom; Anekdote mit dem Schauspieler Kurt Ehrhardt: Lachen über NS-Propaganda und Hitler; Freundschaft und Partnerschaft (Kabarett „Die Katakombe“ in Berlin) mit Werner Finck
26'21
Schließung des Kabaretts 1934; Werner Finck; trat nicht in die NSDAP ein
28'25
Zwei Einladungen von Adolf Hitler; über Hitler; über Albert Florath
30'58
Bekanntschaft mit Joseph Goebbels; Denunziation; Androhung von KZ-Haft
34'42
Zu Goebbels Charakter und dessen Verhältnis zu Frauen (u.a. Olga Tschechowa)
37'18
Über nationalsozialistische Kolleginnen und Kollegen, Ida Wüst und Theo Lingen
39'01
Über Propaganda und Verfolgung; Gustaf Gründgens Beziehung zu Hermann Göring und protegierte Paul Henckels u.a.; zum Suizid von Joachim Gottschalk; Todesstrafe für Robert Dorsay
47'16
Gustaf Gründgens und Hermann Göring; Gründgens Verhältnis zu Emmy Sonnemann; Rivalität zwischen Göring und Goebbels
50'09
Filmarbeiten; keine Rollen als Filmschauspieler im Zweiten Weltkrieg; Theaterrollen

Kurt Ehrhardt Albert Florath Joseph Goebbels Olga Tschechowa Ida Wüst Theo Lingen Gustaf Gründgens Paul Henckels Joachim Gottschalk Robert Dorsay Zweiter Weltkrieg Film Emmy Sonnemann Todesstrafe Hermann Göring Verfolgung Schauspielerei Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) NS-Kulturpolitik „Die Katakombe“ Kabarett Theater NS-Propaganda Weimarer Republik Berlin Werner Finck Adolf Hitler

Zweiter Weltkrieg und frühe Nachkriegszeit

50'52
Kriegsende 1945; UK-Stellung („unabkömmlich“); Erinnerung an den Einmarsch der Roten Armee in Wensickendorf bei Berlin; Leitung des Theaters am Schiffbauerdamm in Berlin auf Befehl der Roten Armee hin
54'49
Erfahrungen als Theaterleiter
56'43
Rückschau: Platte war Gegner der Nationalsozialisten, weil er v.a. Pazifist war und die Kriegsabsichten des NS-Regimes frühzeitig erkannte
59'17
Erinnerungen an den 20. Juli 1944, Stauffenberg: Bekanntschaft mit Georg Groscurth; Zweiter Weltkrieg

20.07.1944 Pazifismus Zweiter Weltkrieg Theater Kulturpolitik Rote Armee Berlin Besatzung Claus Schenk Graf von Stauffenberg Wensickendorf Nachkriegszeit Widerstand Nationalsozialismus Intendanz Theater am Schiffbauerdamm Berlin Georg Groscurth

Zeitkritik, Lebenseinstellung und Weltsicht

01'04'02
Wiederaufbau Deutschlands und die Entwicklung der Bundesrepublik; die Teilung Deutschlands und die Spannungen zwischen den Großmächten
01'07'50
Zukunft und Zeitkritik: Kritik am modernen Theater; alternativer Berufswunsch: Architekt
01'12'18
Diskussion um die Sexualität des Menschen und sexuelle Aufklärung; zur Gefahr durch Atomwaffen
01'17'13
Lebensfreude und Todesangst; Gedanken an das Lebensende; Rückblick und Lebenseinstellung
01'23'50
ENDE

Atomwaffen Bundesrepublik Deutschland (BRD) Nachkriegszeit Ost-West-Konflikt Architektur Theaterkritik Theater Teilung Deutschlands