Wilhelm Hoegner

geb. 23. September 1887 in München; gest. 05. März 1980 in München

„Wilhelm Hoegner spielte seine großen Rollen nicht auf den publicityträchtigen Bühnen der Deutschland-, Europa- oder gar Weltpolitik, sondern auf den bescheideneren Brettern süddeutscher, bayerischer Landespolitik. Dennoch starb mit ihm ein deutscher sozialer Demokrat, dessen indirekte Ausstrahlung für die gesamte deutsche Nachkriegspolitik von großer Bedeutung war und bleibt.“ (aus: 00'27)

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INTERVIEW

Entstanden: 1975

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Einstieg Troschke: Einordnung Hoegner, politische Karriere

Elternhaus und Kindheit

07'22
Über das Streben nach Gerechtigkeit und sozialdemokratische Gesinnung
08'30
Besuch des Gymnasiums in Burghausen; Beobachtung von Abgrenzungsverhalten zwischen armen und reichen Mitschülern
09'55
Die Sozialdemokratie im Wandel der Zeit

Burghausen Sozialdemokratie Politik

Von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Ersten Weltkriegs

10'27
Erinnerungen an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg: literarisches Interesse („Simplicissimus“-Lektüre, Hans Thomas Süddeutsche Monatshefte), liberale Grundhaltung, Korrespondenz mit Georg von Vollmar (SPD-Mitgliedschaft), Begegnung mit Georg Birk, Studium an der Universität Berlin
12'47
Berlin vor 1914: starke Arbeiterbewegung (im Vergleich zu München), starkes politisches Engagement; Erinnerung an sein Leben in ärmlichen Verhältnissen; Rückkehr nach München; Promotion in Erlangen
15'23
Über die Zeit beim juristischen Vorbereitungsdienst in München und die Tätigkeit in einer Organisation für Strafgefangene; 1914 freiwillig zum Militärdienst gemeldet, kam aber in Reserve
16'39
Über die deutsche Kriegsbegeisterung (Erster Weltkrieg)
17'30
Erinnerung an das Kriegsende in München; Wechsel von der Rechtsanwaltschaft in die Staatsanwaltschaft

Georg Birk Militärdienst „Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch“ Jurisprudenz Universität Erlangen Erlangen Promotion München Arbeiterbewegung Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Humboldt-Universität zu Berlin Georg von Vollmar Süddeutsche Monatshefte Hans Thoma Erster Weltkrieg Berlin Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

1920er Jahre in Bayern

19'01
1919: Erinnerungen an die Schießerei in der Türkenkaserne, den Metallarbeiterstreik in München, an sozialdemokratische Redner auf der Theresienwiese, die Zeit der Räterepublik und den Einmarsch der Weißen Garde
21'29
Zur Räterepublik und zur SPD-Mitgliedschaft
22'35
SAP, DAP und NSDAP; Erinnerungen an Prozess wegen Geldfälschung in München; Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten und Adolf Hitler als Parteimitglied; Widerstand gegen den NS (ab 1920); Bekanntschaft mit Erhard Auer; Tätigkeit für den Bayrischen Landtag; Mitberichterstatter beim Antrag auf Einsetzen eines Untersuchungsausschusses zum Hitler-Putsch
25'02
Zu den Geldquellen der NS-Bewegung
26'43
Über die politische Arbeit in den 1920er Jahren; 1930 Wahl in den deutschen Reichstag

Streik Sozialdemokratie Münchner Räterepublik Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) Deutsche Arbeiterpartei (DAP) Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Politik Reichstag Hitlerputsch Jurisprudenz Erhard Auer München Antifaschismus Türkenkaserne Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) Adolf Hitler Nationalsozialismus Metallarbeiterstreik Widerstand Bayern

Weltwirtschaftskrise und Machtwechsel 1933

28'25
Zur Massenarbeitslosigkeit um 1930
29'04
Gründe für den Wahlerfolg der NSDAP und Hitler: Niederlage im Ersten Weltkrieg „Dolchstoßlegende“, Nationalstolz, Hitler als Symbolfigur des Nationalstolzes, wirtschaftliche Probleme, finanzielle Unterstützung aus dem Ausland, effektive Propaganda
33'58
Zur Wahl am 5.3.1933 in München und dem Abschneiden der Sozialdemokraten bei dieser Wahl; Homer-Referenz (Apollo mit dem silbernen Bogen); NS-Widerstand und Lebensgefahr
35'41
Erstes Untertauchen im Februar 1933 und Haussuchungen
36'33
Entzug des Landtagsmandats am 30. April 1933 (Arbeitsverbot); Emigration; Austritt Hitlers aus dem Völkerbund; Besetzung des Rheinlands; internationale Reaktionen auf Hitler (Frankreich und Großbritannien); Hitlers Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs

Widerstand Zweiter Weltkrieg Großbritannien (GB) Frankreich Völkerbund Österreich Wien Exil Emigration Arbeitsverbot Nationalsozialismus Verfolgung Diskriminierung Homer „Ilias“ Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Sozialdemokratie München NS-Propaganda „Dolchstoßlegende“ Erster Weltkrieg Adolf Hitler Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)

Exil und Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

39'33
Emigration nach Österreich; 1934 von Innsbruck nach Zürich; Unterstützung von der Gewerkschaften; Tätigkeiten als Schriftsteller und Übersetzer
41'57
Erinnerungen an die letzten Kriegsjahre: ab 1943 / Schlacht bei Stalingrad Untergang des NS-Regimes
43'11
Kriegsende: Kontakt zu US-Sonderkommissar Allen Dulles, Rückkehr nach München 11.7.1945 mit US-Army; Fritz Schäffer (CSU)
44'40
Zu Fritz Schäffers mangelhaften Entnazifizierungsbemühungen; Nachfolge Hoegeners durch Dwight David Eisenhower auf Anraten von Walter L. Dorn beschlossen
46'53
Neubeginn nach 1945: glückliche Zeit; überparteilicher Gemeinschaftsgeist; Gründung der Atomkommission in Bayern und Bau des Forschungsreaktors München (FRM) in Garching bei München

Remigration US-Army Besatzung Christlich-Soziale Union (CSU) Entnazifizierung Dwight David Eisenhower Walter Louis Dorn Politik Bayern Atomkommission Schweiz Gewerkschaft Schlacht von Stalingrad Nationalsozialismus Nachkriegszeit Allen Welsh Dulles München Atomenergie Kernreaktor Forschungsreaktor München (FRM) Emigration Zweiter Weltkrieg Fritz Schäffer Exil Österreich Innsbruck Zürich

Lebenseinstellung

50'32
Optimistische Lebenseinstellung: „ich glaube an die Zukunft“
51'53
Dank an seine loyale Ehefrau
52'45
Kritik an Kirchen
54'51
Maxime seines Lebens: Streben nach Gerechtigkeit und Pflichterfüllung
56'02
Über Vergänglichkeit/Tod; Leitstern chinesisches Dao

Religion Kirche