Georg Picht

geb. 09. Juli 1913 in Straßburg/Strasbourg; gest. 07. August 1982 in Hinterzarten

„‚Die deutsche Bildungskatastrophe‘ hat Georg Picht fast über Nacht landauf-landab bekannt gemacht und zwar im Sinne echter Popularität. Das war im Jahre 1964. Die gleichnamige Artikelserie kam seinerzeit auch bald als Taschenbuch heraus. [...] Der Titel hämmerte sich ein, wurde zum sarkastisch geflügelten Wort, wurde benutzt und mißbraucht und kam in die übliche Wiederkäuungsmaschinerie, in der Interpreten interpretieren, was andere Interpreten schon vorher interpretierten, zum Beispiel das Thema des Herrn Georg Picht.“ (aus: 00'00)

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44:33

ERSTES INTERVIEW

Entstanden: in Hinterzarten

00'00
Einstieg Troschke

Bildungswesen „Die deutsche Bildungskatastrophe. Analyse und Dokumentation“ Bildungspolitik

Kindheit und Prägungen

04'07
Erinnerungen an die Kindheit; Tätigkeit des Vaters im Preußischen Kultusministerium; Familie mit vielen internationalen Verbindungen; Onkel: Ernst Robert Curtius; Christentum
07'07
Über Elsass-Lothringen, das nach dem Ersten Weltkrieg wieder an Frankreich fiel; Eltern bedauerten den Verlust ihrer Heimat; Freundschaft der Eltern mit Albert Schweitzer; stark ausgeprägter Europa-Gedanke; über Europa
08'36
Jugend in den 1920er Jahren und Prägung durch verschiedene Persönlichkeiten
10'34
Über Viktor von Weizsäcker; Freundschaft mit Carl Friedrich von Weizsäcker

Religion Erster Weltkrieg Carl Friedrich von Weizsäcker Viktor von Weizsäcker Albert Schweitzer Elsaß-Lothringen Christentum Ernst Robert Curtius Europa Preußen

Leben während der NS-Herrschaft 1933 – 1945

11'47
Über den Machtwechsel 1933; Erinnerung an eine Versammlung von Hitler in Freiburg 1932; zum opportunistisches Verhalten an den Universitäten; Beschäftigung mit Philosophie
14'53
Philosophische Ausbildung in Freiburg bei Martin Heidegger; über Martin Heidegger und seine Rolle im Nationalsozialismus
19'12
Hilfslehrer am Birklehof, keine Karrieremöglichkeiten aufgrund antisemitischer Diskriminierung
21'15
Während des Zweiten Weltkriegs: Lehrer am Birklehof bis 1942; Kündigung, als Birklehof NS-Eliteschule werden sollte; Promotion
23'45
Prekäre Familiensituation: Entscheidung gegen die Emigration
25'48
Kontakt zu Helmut Gollwitzer (Bekennende Kirche)
27'16
Der 30. Januar 1933 als das Ende des 19. Jahrhundert; über Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Philosophie Diskriminierung Emigration Widerstand Helmut Gollwitzer Freiburg im Breisgau Birklehof Martin Heidegger Promotion Antisemitismus Nationalsozialismus Bekennende Kirche Edgar Salin Adolf Hitler Bildungswesen

Schulleitertätigkeit am Birklehof nach dem Zweiten Weltkrieg

28'03
Über das Kriegsende 1945 und Edgar Salin; Diskussionen mit der jungen Generation
31'53
Leiter des Birklehof von 1946 – 1956: Austausch des Kollegium; über Erziehungsideale („Wahrheit und Ehrlichkeit“ als Prinzip) und den „Zusammenhang zwischen Erziehung und allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnissen“
38'51
Einstieg in die kulturpolitische Arbeit Anfang der 1950er Jahre
42'03
Moderne pädagogische Vorstellungen; Plädoyer für die Abschaffung der bis dato existierenden Schultypen und Befürwortung der Synthese von Vorzügen der amerikanischen Highschools und die der europäischen Schulsysteme

Pädagogik Birklehof Nachkriegszeit Edgar Salin NS-Aufarbeitung Entnazifizierung Bildungswesen Bildungspolitik Kulturpolitik

00:00
43:55

ZWEITES INTERVIEW

Entstanden: in Hinterzarten

00'00
Einstieg Troschke

Über die Problematik der „Bildungskatastrophe“

02'12
Zum Titel von und Kritik an „Die deutsche Bildungskatastrophe“; Gespräch mit Ludger Westrick
06'37
Zu Hartmut von Hentigs Forderung nach einer „Entschulung der Schule“; die Schule als Teil der Infrastruktur; Plädoyer für ein Phasenmodell, wonach schulische und praktische Lebensabschnitte sich abwechseln; über den Ausbau der vorschulischen Erziehung
12'44
Zur Finanzierung einer Bildungsreform
14'50
Zum Fehlen politischer Alternativen in der Bildungspolitik; zu den negativen Auswirkungen des Wirtschaftswachstums; die gesellschaftliche Verantwortung

Bildungswesen Politik Wirtschaft Bildungspolitik Hartmut von Hentig „Die deutsche Bildungskatastrophe. Analyse und Dokumentation“ Ludger Westrick Didaktik Pädagogik

Verantwortung der Wissenschaft und der Politik

17'03
Über die Risiken des Fortschritts und die Gefahren der Kernphysik; Gespräch mit Carl Friedrich von Weizsäcker (nach seinem Besuch bei Otto Hahn); Verantwortung der Wissenschaft; zur Vernachlässigung des Zusammenhangs zwischen Vernunft und Verantwortung
21'14
Philosophische Antworten auf zeitgenössische Probleme; über Philosophie
23'12
Über die Notwendigkeit einer kritischen Politik

Carl Friedrich von Weizsäcker Kernphysik Otto Hahn Wissenschaft Philosophie Politik

Tübinger Memorandum 1964 und Verhältnis zu Politikern

24'59
Zum Vorwurf, er sei der „theoretische Kopf einer protestantischen Mafia“ und zum Tübinger Memorandum 1964; Forderung nach Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze; der Ost-West-Konflikt; Forderungen an die Sozialpolitik
28'49
Über parteipolitische Bindung
31'07
Unterstützung der Ost-Politik; über Willy Brandt; Kritik an der Innenpolitik; über die Rücktritte von Hildegard Hamm-Brücher (FDP) und Alex Möller (SPD)

Hildegard Hamm-Brücher Alex Möller Tübinger Memorandum Oder-Neiße-Grenze Sozialpolitik Politik Willy Brandt Freie Demokratische Partei (FDP) Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Ost-West-Konflikt

Weltsicht und Lebenseinstellung

34'18
Über Kritik an an seiner Person
40'42
Zur Lebenseinstellung und Blick in die Zukunft