HAP Grieshaber

geb. 15. Februar 1909 in Rot an der Rot; gest. 12. Mai 1981 in Eningen unter Achalm

„Aus dem einstigen schwäbischen Bürgersohn Helmut Andreas Paul Grieshaber wurde allmählich, schließlich (und vielleicht für alle Zeiten) HAP Grieshaber: Ein Mann, der auf sehr eigentümliche Weise die Bildende Kunst des 20. Jahrhunderts befruchtet hat, ja, sie (gleichrangig mit anderen) mitrepräsentiert.“ (aus: 00'15)

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59:44

INTERVIEW

00'00
Einstieg Troschke
04'37
Besondere Lebenserfahrung: Besuch der Ausstellung seiner Stücke aus den 1930er Jahren

Kunstgeschichte Kunst

Kindheit und Bruch mit den Eltern

05'34
Über das Aufwachsen in einer Pietistenfamilie
07'40
Erster Weltkrieg: Kriegsdienst des Vaters; Erinnerung an Kriegsversehrte, Kaiser und König; über den Republikanismus des Vaters
09'59
Berufswunsch Künstler provozierte Bruch mit dem Vater
11'51
Lösung vom Elternhaus als; Lehre zum Schriftsetzer
12'18
Studium beim den bekannten Kalligraphen Prof. Friedrich Hermann Ernst Schneidler in Stuttgart
13'16
Über das Leben in ärmlichen Verhältnissen
13'56
Innere Zerreißprobe zwischen Individualisierungsprozess und Solidarität mit den Arbeitern

Friedrich Hermann Ernst Schneidler Religion Katholizismus Kunst Erster Weltkrieg Stuttgart Friedrich Hermann Ernst Schneidler Republikanismus Arbeiterbewegung Stuttgart

Reisen nach Ägypten und Griechenland

15'30
Arbeitslosigkeit Ende der 1920er Jahre; Zeit in London („Anglo-German Club“); Vorbereitungen auf Ägyptenreise
18'09
Aufenthalt in Paris und Marseille
18'44
Kultur und Religiosität in Ägypten
20'09
Ägypten als britische Kolonie; als Karagiozis-Künstler in Griechenland
22'35
Arabische und altgriechische Sprachkenntnisse; Vergleich mit Rainer Maria Rilke

Paris Europa Religion Frankreich Rainer Maria Rilke London Großbritannien (GB) Ägypten Griechenland Anglo-German Club e.V. Theater Karagiozis Marseille

Leben in Deutschland während der NS-Herrschaft

28'08
1933 Rückkehr nach Deutschland; Herausgabe der kulturpolitischen Zeitschrift „Deutsche Zeitung“ in Athen mit Beiträgen von u.a. Franz Blei; Ausweisung aus Deutschland
30'52
Frühherbst 1933 wieder in Reutlingen; über die künstlerische Tätigkeit
34'44
Arbeitsverbot und Ausschluss aus der Reichskulturkammer; Erinnerungen an einen Stadtpfarrer in SA-Uniform; Unterstützung von einem Druidenorden
36'39
Zerstörung seiner Werke durch seine Eltern, die der NS-Ideologie verfallen waren
40'26
Über die Rettung einiger weniger Werke und die Diskriminierungserfahrungen
41'50
1938 Zeit in der Schweiz: Antifaschistisches Schriftstellertreffen in Zürich, Leben im Untergrund mithilfe der Unterstützung von Hermann Hesses Sohn, Begegnungen mit u.a. Robert Musil, Else Laske-Schüler; Frontisten in der Schweiz; Schmuggel von Werken zwischen Deutschland und der Schweiz
47'14
Einberufung zum Militärdienst; Funker in Hagenau (Elsaß); über Widerstand: Weitergabe geheimer Nachrichten und Verbreitung von selbstverfasster Aphorismen

Schweiz Nationalsozialismus Robert Musil Else Lasker-Schüler Franz Blei Reutlingen Zweiter Weltkrieg Deutsche Zeitung Verfolgung Kunst Arbeitsverbot Reichskulturkammer (RKK) Zürich Antifaschismus Hagenau Widerstand Schriftstellerei Militärdienst Wehrmacht

Kriegsende und Nachkriegszeit

50'18
Kriegsende: „die Amerikaner haben mich an die Belgier verkauft“; Lizenz für sein Presseerzeugnis „Weltpresse“
54'36
Bekanntschaft durch Ausstellungen im Ausland, u.a. in New York 1946
56'13
Plakat zur Bundestagswahl („Demokraten wählen“); Plädoyer für die Wahlpflicht
58'11
Über die persönliche eigene Vergänglichkeit; Rezitation des Gedichts „Youth shows but half, see all, nor be afraid“ von Robert Browning

„Demokraten wählen“ Lyrik „Youth shows but half, see all, nor be afraid“ Nachkriegszeit Presse USA New York Bundestagswahl Wahlen Robert Browning Bundestag